Freiberuflich arbeiten – nicht so einfach, wie man denkt

Ein Leben ohne Chef – davon hat wohl jeder schon einmal geträumt. Wie schön wäre es, seinen Arbeitstag ganz nach Lust und Laune einzuteilen und am Schluss den vollen Verdienst in den eigenen Geldbeutel stecken zu können!

Traum und Wirklichkeit

Über solche falsche Vorstellungen kann jeder Freiberufler nur den Kopf schütteln.

Ein „Freelancer“ hat nicht nur einen, sondern viele „Bosse“. Jeder seiner Auftraggeber erwartet die Vertragserfüllung genau zu den genannten Erwartungen. Ist der Auftraggeber nicht zufrieden, gibt es kein Geld – oder zumindest keinen Wiederholungsauftrag.

Keine Wochenenden, keine Krankmeldung, kein bezahlter Urlaub

Wer freiberuflich tätig ist, kann sich nicht auf feste Arbeitszeiten berufen. Er muss dann und dort zugegen sein, wo der Auftrag es verlangt. In Stosszeiten muss ein Freiberufler lange Stunden arbeiten – und sich gleichzeitig daraufhin einstellen, finanziell auch in „Dürreperioden“ über die Runden zu kommen. Auch im Urlaub gibt es keine Bezahlung. Die Beiträge zur Rentenversicherung und Krankenkasse (die in voller Höhe selbst gezahlt werden müssen), und die Miete für die Geschäftsräume, laufen allerdings in voller Höhe weiter.

Eine „Krankmeldung“ ist für einen Selbständigen auch gar nicht so einfach. Bestimmte private Krankenversicherungen bieten zwar Krankengeld im Krankheitsfall – das ist aber gar nicht so ohne weiteres zu erhalten. Und wenn ein wichtiger Auftraggeber ungeduldig wird und „davonläuft“, wird die finanzielle Einbuße von keiner Versicherung ersetzt.